Ausbildung


 

Wichtig vorweg: Sämtliche Ausbildungsstufen und sämtliche Module können auch einzeln besucht werden! Die vollständige Teilnahme an allen Modulen der "Dreistufigen Feldbotanik-Ausbildung" ist nur notwendig zur Erlangung des staatlich anerkannten Zertifikats.

 

Das Ausbildungsangebot gliedert sich in 2 Bereiche:

 

1) Dreistufige Feldbotanik-Ausbildung

mit abschließendem staatlich anerkannten Zertifikat. Hierzu gehören die Ausbildungsstufen:

 

2) Goetheanistische Vegetationskunde

Diese Ausbildung versteht sich als Zusatz und gehört nicht zum Pflichtprogramm für das Zertifikat. mehr

 

 

Zertifizierte dreistufige Ausbildung Feldbotanik-Pflanzensoziologie-Angewandte Pflanzensoziologie

Akademie für angewandte Vegetationskunde in Kooperation mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV)

 

Für viele Aufgaben im Naturschutz ist solides botanisches und pflanzensoziologisches Wissen notwendig. Die meisten Biotoptypen und FFH-Lebensraumtypen basieren auf Vegetationstypen; Vegetationstypen wiederum können nur durch die kennzeichnenden Pflanzenarten bestimmt werden. Auch in der praktischen Umsetzung – etwa im Rahmen von Pflege- und Entwicklungsplänen und der Maßnahmenplanung – spielt die Kenntnis von Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften eine herausragende Rolle, denn die anzustrebenden Leitbilder orientieren sich vielfach an Vegetationstypen. Die auf uns zukommenden Aufgaben in Schutz, Pflege und Entwicklung von Landschaften werden immer größer und vielfältiger, je mehr die Landschaft – und gerade weite Teile Nordwestdeutschlands – uniformisiert und ausgeräumt wird.

 

Hierzu werden jetzt und in Zukunft zahlreiche Fachkräfte benötigt, die über solides botanisches und pflanzensoziologisches Wissen verfügen. Die Universitäten und Hochschulen hätten eigentlich die Aufgabe, solche Fachkräfte gründlich auszubilden – doch leider ist das Gegenteil der Fall. Feldbotanik, die ausreichende Artenkenntnis vermittelt, sowie Pflanzensoziologie, die das Erfassen von Vegetationstypen schult, gehen als Hochschulfächer immer mehr verloren; die Pflanzensoziologie könnte man heute geradezu als vom Aussterben bedrohte Wissenschaft bezeichnen. In den Niederlanden – einst eine der pflanzensoziologisch führenden Nationen in Europa – ist diese Wissenschaft bereits völlig aus der Universitätslandschaft verschwunden. Deutschland scheint auch auf dem Weg dahin zu sein.

 

Um dieser Wissenserosion zu begegnen, sind außeruniversitäre Initiativen gefragt. So werden in Baden-Württemberg und der Schweiz Feldbotanik-Kurse seit einigen Jahren mit Erfolg durchgeführt. Für Nordwestdeutschland klafft jedoch eine große geografische Lücke, die durch das Angebot der Akademie für angewandte Vegetationskunde, in Kooperation mit NUA NRW und LANUV, geschlossen werden soll.

 

In dem Feldbotanik-Kurs werden grundlegende Kenntnisse zur Flora und Vegetation Nordwestdeutschlands vermittelt. Dabei geht es sowohl um häufigere Arten –  die sozusagen den feldbotanischen Grundstock bilden – als auch um seltenere Arten in besonderen Lebensräumen. Bei letzteren handelt es sich jedoch nicht nur um Pflanzenarten, die auf Nordwestdeutschland beschränkt sind, sondern um zwar gegenwärtig seltene, jedoch früher weiter verbreitete Arten, die in ähnlichen Biotopen in ganz Deutschland vorkamen. Dazu gehören beispielsweise solche Arten wie Mond-Rautenfarn (Botrychium lunaria), Gelbliches Zypergras (Cyperus flavescens) oder Gras-Laichkraut (Potamogeton gramineus). Insofern eignet sich der Feldbotanik-Kurs für Teilnehmer aus allen Bundesländern.

 

Die dreistufige Ausbildung ist ein neues Angebot der Akademie. Es können jedoch wie bisher die Ausbildungs-Stufen (Feldbotanik-, Pflanzensoziologie- und Angewandte Pflanzensoziologie-Kurse) auch einzelnen besucht werden.


 

Weiterbildungsziele

 

Zielgruppen

Die Ausbildung richtet sich an Mitarbeiter bei Biotopkartierungen, Vertreter von Gutachter- und Planungsbüros, von Naturschutzbehörden, von Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden, von Biologischen Stationen sowie weitere botanisch Interessierte.

 

Beginn, Dauer

Die gesamte Ausbildung erstreckt sich über 3 Jahre und  schließt  mit  einem staatlich anerkannten Zertifikat  ab, was nach einer erfolgreich bestandenen Prüfung ausgehändigt wird. Die dreistufige Ausbildung beginnt jedes Jahr neu und startet jeweils im April. Sie ist modular aufgebaut; für jede Stufe müssen bestimmte Module belegt werden. Die Mindestdauer der Gesamtausbildung (alle drei Stufen) beträgt drei Jahre; diese Zeit kann sich verlängern, wenn z.B. nicht besuchte Module ein Jahr später absolviert werden. Über eine Verlängerung / Streckung der Ausbildung über die drei Jahre hinaus entscheidet jeder Teilnehmer selber.

 

Die 3 Jahre gliedern sich thematisch wie folgt:

Erstes Jahr: Feldbotanik-Basiskurs (4 Module im Sommer)  mehr

Zweites Jahr: Pflanzensoziologie (5 Module Winter, 3 Module Sommer)  mehr 

Drittes Jahr: Angewandte Pflanzensoziologie  mehr 

 

Wichtig: Zu den Exkursionen der Pflanzensoziologie und der Angewandten Pflanzensoziologie

Zu den Ausbildungsreihen "Pflanzensoziologie“ und "Angewandte Pflanzensoziologie“ gehören in der Summe 6 Sommer-Module als Pflichtveranstaltungen für die Zertifizierung. Die "Exkursion zur pflanzensoziologischen Kartiermethodik" ist eindeutig der Reihe "Pflanzensoziologie“ zugeordnet, die "Biotopkartierung" der Reihe "Angewandte Pflanzensoziologie“; beide müssen für die Zertifizierung wahrgenommen werden. Alle anderen  "pflanzensoziologischen Exkursionen" gelten für beide Ausbildungsreihen! In ihnen werden sowohl ausgewählte Lebensräume und Pflanzengesellschaften vorgestellt (mit Vegetationsaufnahmen und Tabellenarbeit zur Bestimmung der Vegetationstypen), als auch gleichzeitig Best-Practice-Beispiele für Biotop-Management, teilweise wird auch die Geländearbeit der Biotopkartierung Thema sein. Angeboten werden 2 - 3 Exkursionen pro Jahr. Die Exkursionsziele und der Schwerpunkt der Inhalte wechselt von Jahr zu Jahr; siehe hierzu die jeweiligen Angebote des aktuellen Jahres.

Wichtig für die Zertifizierung: Es müssen in der Summe 4 "pflanzensoziologische Exkursionen" besucht werden, egal welche.

 

Zertifikat

Voraussetzungen für das staatlich anerkannte Zertifikat: Vollständiger Besuch aller Ausbildungsreihen und Module sowie eine Abschlussprüfung.

 

Teilnahme an einzelnen Modulen oder einzelnen Ausbildungsabschnitten

Je nach Interesse können die Module oder Ausbildungsabschnitte auch einzeln besucht werden. Hierfür werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.

 

Voraussetzungen

Ein grundsätzliches Interesse an Pflanzen und ihren Lebensräumen sollte vorhanden sein. Pflanzenkenntnisse sind hilfreich aber keine Grundvoraussetzung, da die intensive Artenkenntnis während der Ausbildung erlernt wird.

 

Ort    

Universität Witten/Herdecke, Stockumer Str. 10-12, 58454 Witten

 

Leitung    

Priv.-Doz.  Dr. Hans-Christoph  Vahle,  Akademie für angewandte  Vegetationskunde, Habilitation und Venia legendi an der Universität Witten/Herdecke im Fach Vegetationskunde

 

Teilnehmerzahl  mind. 10, max. 30

 

Kursgebühr    

2.800,- €, ermäßigt für Studierende, Auszubildende, Arbeitslose: 990,- €

Bitte überweisen auf das Konto:

IBAN: DE63 4306 0967 4001 3009 00

Stichwort: Feldbotanik

 

Anmeldung

Dr. Hans-Christoph Vahle, Akademie für angewandte Vegetationskunde. Die Anmeldung gilt nur in Zusammenhang mit der rechtzeitigen und vollständigen Überweisung der Tagungsgebühr.

 

Anmeldeformular PDF

 

Übernachtung bitte selbst organisieren. Dazu einige Links:

http://www.deutsche-pensionen.de/pension-witten/verzeichnis-ferienwohnung.html

http://tourismus.meinestadt.de/witten/hotel

http://www.georghotel.de (fünf Minuten Fußweg zum Tagungsort)

http://www.monteurzimmer-witten.de (vier Minuten Fußweg zum Tagungsort)

http://www.hotel-hoppe-witten.de/hotel (zwei Minuten Fußweg zum Tagungsort)