Ganzheitliche Konzepte zur Kulturlandschafts-Entwicklung


 

 

In der Reihe Feldbotanik – Pflanzensoziologie – Angewandte Pflanzensoziologie findet die Ausbildung so statt, dass die Anforderungen des modernen Naturschutzes optimal erfüllt werden können. Für die Datenerfassung und Kartierung bis zur Maßnahmenplanung werden solide Grundlagen gelegt, was dann im abschließenden Zertifikat dokumentiert wird.

 

Die Ausbildung bedient damit in guter Weise den offiziellen Naturschutzbereich, was bedeutet, dass man sich ganz überwiegend auf der Ebene des Naturschutzrechts bewegt: Auf der eine Seite sind geschützte Arten, geschützte Biotope und Lebensräume sowie Schutzgebiete juristische Kategorien, auf der anderen Seite sind praktische Umsetzungen im Rahmen von Vertragsnaturschutz und Kompensationsmaßnahmen ebenfalls durch ein umfangreiches Gesetzeswerk geregelt. Um sich hierin sicher zu bewegen, ist eine solide Feldbotanik-Ausbildung unabdingbar notwendig.

 

Allerdings müssen wir uns vor Augen führen, dass damit nur einem Teil der landschaftsbezogenen Herausforderungen in unserer Zeit begegnet wird, nämlich dem Teil, der durch den administrativen Naturschutz abgedeckt wird. Sich allein darauf zu beschränken, ist jedoch von Nachteil. Macht man sich klar, dass wir hier in Mitteleuropa in einer menschgeprägten Kulturlandschaft mit jahrtausendelanger Tradition leben, dann fällt auf, dass bei den meisten Naturschutz- und Landschaftsprogrammen der wichtigste Faktor – der Mensch – ausgeklammert wird. Und wenn er doch eingebunden werden muss, um die vielen anthropogenen Biotope (Wiesen, Weiden, Äcker, Trockenrasen …) zu erhalten, dann wird er zum bezahlten Dienstleister degradiert.

 

Wie kann aber eine zukünftige Landschaftsentwicklung aussehen, die das kreative und Vielfalt fördernde Potenzial des Menschen – von uns Menschen – mit einbindet? Eine Landschaftsentwicklung, die auf Einsicht gründet und nicht auf Gesetzeszwang und Geldanreize reagiert? Die daran anknüpft, dass die enorme Vielfalt an Arten und Biotopen in Mitteleuropa durch die traditionelle Landbewirtschaftung erzeugt und erhalten wurde?

 

Um diese Zukunftsvision zu konkretisieren und erste Schritte zu tun, wird die zusätzliche Ausbildungsreihe „Ganzheitliche Konzepte zur Kulturlandschafts-Entwicklung“ angeboten. Ihre wichtigsten Gesichtspunkte sind,

 

 

 

 

Die Denkform, die für ganzheitliche Konzepte zur Entwicklung der Kulturlandschaft angemessen ist, findet sich in der Goetheanistischen Vegetationskunde. Sie ist nicht offizieller Teil des Feldbotanik-Ausbildungsprogramms und damit auch nicht "Prüfungsfach". Gleichwohl stellt sie eine sinnvolle Ergänzung und einen wichtigen Teil der Gesamtausbildung dar, der zukunftsweisend ist und nicht bei der aktuellen, administrativ geprägten Naturschutzthematik stehen bleibt.

 

Welchen Sinn hat die goetheanistische Vegetationskunde innerhalb der Gesamtausbildung? Ziel ist es, Freiräume für eine zukunftsweisende Landschaftsentwicklung zu eröffnen, die weit über die bisherigen Konzepte hinausgeht. Es sollen Alternativen zur herkömmlichen Landschaftsplanungs-Praxis aufgezeigt werden, die nicht so sehr in die bekannten bürokratischen Muster eingebunden sind (z.B. Vertragsnaturschutz), sondern mehr Raum für kreatives und innovatives Arbeiten lassen.

Einige bisher erprobte unkonventionelle Konzepte werden im Laufe der Seminarreihe vorgestellt und diskutiert, z.B. zum Themenkomplex der artenreichen Mähwiesen und der Kleingewässer. Um diese Konzepte aber in ihrem ganzen Umfang verstehen zu können, ist es notwendig, die eigenen Denkstrukturen zu erweitern – insbesondere dann, wenn man selbstständig neue unkonventionelle Konzepte entwickeln bzw. weiterentwickeln will. Denn die ihnen zugrundeliegende „Denke“ muss eben auch unkonventionell sein – was nicht heißt, dass sie damit unwissenschaftlich wird.

In der Ausbildungsstufe der goetheanistischen Vegetationskunde soll gezeigt werden, dass diese unkonventionellen Denkfiguren zwar aus den normalen Bahnen ausbrechen, jedoch trotzdem (oder vielleicht sogar deshalb) logisch, wissenschaftlich und dem gesunden Menschenverstand angemessen sind. Eine besondere Beachtung wird in diesem Rahmen der naturwissenschaftlichen Denkweise Goethes geschenkt, der in der Farbenlehre und der morphologischen Botanik Wege beschritten hat, die bisher noch gar nicht richtig gewürdigt wurden. Außerdem lassen sich bereits verblüffend viele Parallelen zwischen pflanzensoziologischer und goetheanistischer Methodik erkennen, so dass eine Erweiterung der Pflanzensoziologie in Richtung einer goetheanistischen Vegetationskunde als konsequenter Schritt erscheint.

 

 

 


 

 

Seminar des Winterhalbjahres 2018/19

 

 

22. - 24. Februar 2019     Goetheanistische Vegetationskunde: Einführungsseminar

Goetheanistische Vegetationskunde als Grundlage unkonventioneller Konzepte zur Landschaftsentwicklung

Mehr unter:Download PDF Einführungsseminar

 

Das Seminar findet in den Räumen der Uni Witten/Herdecke, Stockumer Str. 10-12, 58454 Witten-Annen, statt.

Beginn des Seminars: freitags 16:00

Ende des Seminars: sonntags ca. 13:00

 

Tagungsgebühr 40,- €

 

 


 

Veranstaltungen des Sommerhalbjahres 2019

 

Ist noch in Bearbeitung