Angewandte Pflanzensoziologie


 

 

Die angewandte Pflanzensoziologie zeigt sich immer in zwei Aspekten: Einmal als Mittel zum Verständnis von Landschaften, ihren Prozessen und ihren Qualitäten – wir nennen dies „Landschaft lesen“ – und andererseits als Mittel zur praktischen Gestaltung von Landschaften. So zeigt sich der besondere Wert der Pflanzensoziologie als einer Landschafts-Wissenschaft, die es ermöglicht, Landschaftsqualitäten ganzheitlich zu erfassen und Grundlagen für Biotop- und Landschaftsentwicklung zu liefern.

Aktuell ist pflanzensoziologisches Hintergrundwissen insbesondere in der Biotop- und Lebensraumtypenkartierung gefragt sowie in Maßnahmenplanungen für die Entwicklung gefährdeter Biotope. Ein wichtiges zukünftiges Aufgabenfeld für die angewandte Pflanzensoziologie ist die Kooperation mit einer neu zu strukturierenden, zukunftsweisenden Landwirtschaft, die nach ökologischen, nachhaltigen und gesundheitsfördernden Kriterien arbeitet. Dieses innovative Aufgabenfeld geht weit über das hinaus, was aktuell im Rahmen von naturschutzfachlichen Anwendungen erforderlich ist und wird deshalb in den Ganzheitlichen Konzepten zur Kulturlandschafts-Entwicklung separat dargestellt. 

 

Im Folgenden geht es um die Grundlagen der angewandten Pflanzensoziologie und ihre heutige Bedeutung für den Naturschutz. Zum Thema der Ganzheitlichen Konzepte zur Kulturlandschafts-Entwicklung siehe dort.

 

 

 

Grundlagen der angewandten Pflanzensoziologie und ihre heutige Bedeutung für den Naturschutz

 

In der Reihe Feldbotanik – Pflanzensoziologie – Angewandte Pflanzensoziologie findet die Ausbildung so statt, dass die Anforderungen des modernen Naturschutzes optimal erfüllt werden können. Für die Datenerfassung und Kartierung bis zur Maßnahmenplanung werden solide Grundlagen gelegt.

 Die Ausbildung bedient damit in guter Weise den offiziellen Naturschutzbereich, was bedeutet, dass man sich ganz überwiegend auf der Ebene des Naturschutzrechts bewegt: Auf der eine Seite sind geschützte Arten, geschützte Biotope und Lebensräume sowie Schutzgebiete juristische Kategorien, auf der anderen Seite sind praktische Umsetzungen im Rahmen von Vertragsnaturschutz und Kompensationsmaßnahmen ebenfalls durch ein umfangreiches Gesetzeswerk geregelt. Um sich hierin sicher zu bewegen, ist eine solide Feldbotanik-Ausbildung unabdingbar notwendig.

 

Die angewandte Pflanzensoziologie gliedert sich in zwei Hauptrichtungen:

 

o   „passive“ Seite: Pflanzensoziologie als Mittel zur Erfassung von Landschaftsqualitäten – hierzu gehört auch die Biotop- und Lebensraumtypenkartierung;

o   „aktive“ Seite: Pflanzensoziologie als Mittel zur Entwicklung/Optimierung von Landschaften, Biotopen, Lebensräumen, Ökosystemen – hierzu gehört auch die Maßnahmenplanung, das Biotopmanagement sowie die dem zugrunde liegende Leitbildentwicklung.

 

 

 

Diese beiden Seiten werden vertieft behandelt, indem der Bezug zu den aktuellen naturschutzfachlichen Anforderungen hergestellt wird. Somit mündet der Kurs auf der Erfassungs-Seite in die Technik der Biotop- und Lebensraumtypenkartierung (nach NRW-Schlüssel) und auf der Landschaftsentwicklungs-Seite zu – teilweise neuen – Konzepten im Rahmen der Maßnahmenplanung.

 

 

 


 

 

Seminare des Winterhalbjahres

 

Hier folgen nun sämtliche Seminare zur Angewandten Pflanzensoziologie im Winterhalbjahr, einschließlich des Seminars zur Kulturlandschafts-Entwicklung.

Die Veranstaltungen finden coronabedingt nicht mehr in den Räumen der Uni Witten/Herdecke statt, sondern im Tagungsraum des Hotel Georg, Stockumer Straße 35, 58453 Witten-Annen, https://www.georghotel.de

 

Zeit:

Beginn der Seminare: freitags 14:00

Ende der Seminare: samstags ca. 16:00

 

Tagungsgebühr pro Seminar          

Normalpreis 210,- € / ermäßigt für Studierende, Auszubildende, Arbeitslose: 90,- €

Durch die Raummiete im Hotel Georg haben sich die Kosten in diesem Jahr erhöht.

 

PDF Anmeldeformular

 

 

27. - 28. November 2020   Angewandte Pflanzensoziologie Teil 1: Historische und gegenwärtige Anwendungsfelder

 

Hier geht es um die Entwicklung der angewandten Pflanzensoziologie im Laufe der Geschichte und um die heutige Anwendung in Biotop- und Lebensraumtypenkartierung. Anschließend wird die aktuelle problematische Situation der Pflanzensoziologie dargestellt, als Ausgangspunkt für ganz neue, zukunftsweisende Aufgabenfelder.

 

Zum Inhalt:

 

Was ist angewandte Pflanzensoziologie?

Historische Anwendungsfelde

Beispiel Grundwasser-Ganglinien

Beispiel Potenzielle natürliche Vegetation

Landwirtschaftliche Pflanzensoziologie

Gegenwärtige Anwendungsfelder

Biotop- und Lebensraumtypen-Kartierung

Maßnahmenplanung

Artenschutz

Kulturlandschafts-Schutz

Aktuelle Kulturlandschafts-Problematik und Situation der Pflanzensoziologie heute

 

 

 

22. - 23. Januar 2021    Angewandte Pflanzensoziologie Teil 2: Kulturlandschafts-Entwicklung und Maßnahmenplanung

 

 

Da die größte Biodiversität in Mitteleuropa durch die traditionelle Landwirtschaft entstanden ist, liegt der Fokus dieses Januarseminares auf der Kooperation der Pflanzensoziologie mit der Landwirtschaft, um hieraus Impulse für eine zukünftige Kulturlandschafts-Entwicklung zu generieren. Aspekte dieser Zukunftsvision sind Gesundheit von Mensch, Tier und Landschaft, Schönheit der Landschaft und die Biodiversität. Grundlegend hierzu ist ein organismisches Konzept von Landschaft, das vom Ökosystem-Kreislauf-Denken über mehrere Zwischenstufen bis zum dreigliedrigen Kulturlandschafts-Organismus führt. Weiterhin geht es ganz konkret und detailliert um Maßnahmenplanungen, also um Entwicklung und Optimierung verschiedener Biotope und Lebensräume, insbesondere um die besonders gefährdeten Grasland- und Gewässer-Biotope. Dies wird sehr grundlegend behandelt, wobei teilweise mit alten, aber ungeeigneten Denkmustern aufgeräumt wird, um naturschutzfachlich optimale Ergebnisse zu erzielen. Die ausführlich dargestellten Maßnahmen gelten aber nicht nur für Naturschutzprojekte, sondern gleichermaßen für ökologisch-landwirtschaftliche Vorhaben, beispielsweise für die Optimierung von artenreichem Grünland zur Gewinnung von gesundem Grundfutter für das Vieh. Wir bewegen uns mit den Maßnahmen deshalb im Überschneidungsbereich von Landwirtschaft und Naturschutz.

 

Zum Inhalt:

Ganzheitliche Konzepte zur Kulturlandschafts-Entwicklung

·       Lichtlandschaften

·       Neuorientierung der Landwirtschaft

·       Dreigliedriger Dorf- oder Hof-Organismus

Maßnahmenplanungen im Detail

·       Entwicklung artenreicher Mähwiesen

·       Entwicklung artenreicher Magerrasen und Heiden

·       Entwicklung artenreicher Gewässerbiotope

·       Entwicklung artenreicher Äcker

·       Entwicklung artenreicher Säume

 

 

 

Download PDF Angewandte Teil 2

 

 

19. - 20. Februar 2021     Angewandte Pflanzensoziologie Teil 3: Konzepte und praktische Projekte

 

 

Im Februarseminar geht es um praktisch umsetztbare Konzepte zur Kulturlandschafts-Entwicklung, wobei das Konzept der „10 Biotope“ eine zentrale Rolle spielt. Bereits laufende praktische Projekte, in denen das 10-Biotope-Konzept umgesetzt wird, werden ausführlich dargestellt. Das notwendige neue Berufsbild "Pflanzensoziologische Beratung für Landwirtschaft" wird vorgestellt und das neue Potenzial-Seminar wird theoretisch vorbereitet.

 

Zum Inhalt:

Potenzielle Kulturlandschafts-Vegetation

Die 10 Biotope als Kernpunkte der neuen Kulturlandschaft

Beispiele für praktische Projekte

·       Beispiel Ravensberger Lichtlandschaften

·       Beispiel Hof Sackern

·        Beispiel Leveste

Neues Berufsbild

·       Pflanzensoziologische Beratung für Landwirtschaft

·       Pflanzensoziologische Bildungsarbeit

Theoretische Vorarbeiten zu einem Potenzial-Seminar 2021

 

 

Download PDF Angewandte Teil 3

 

 

Exkursion des Sommerhalbjahres

 

Freilandseminar zur Potenzialentwicklung

12. - 14. Juni 2021 auf dem Dottenfelderhof (samstags bis montags!)

 

Kooperationsveranstaltung der Landbauschule Dottenfelderhof e.V. und der Akademie für angewandte Vegetationskunde

 

Hier geht es um die beispielhafte Optimierung eines landwirtschaftlichen Betriebes hinsichtlich der Biotopentwicklung. Dazu gehört eine ausführliche Geländeerkundung (Wo sind potenzielle Orte für welche Biotope?) und die Auswertung vorhandener raumbezogener Daten (Biotopkartierungen, pflanzensoziologische Bestandsaufnahmen, Areale wichtiger Pflanzenarten nach FloraWeb, Auswertung von geologischen Karten und Bodenkarten usw.).

Mit diesen Unterlagen wird die im Gebiet vorkommende Potenzielle Kulturlandschafts-Vegetation bestimmt und die in der Literatur definierten Pflanzengesellschaften werden zu regionalen Typen abgewandelt. Schließlich wird auch bearbeitet, wie die notwendigen Pflanzen “importiert” werden: Eine Mahdgutübertragung (incl. Kooperation mit der zuständigen Biostation) und die Recherche und Bestellung von passendem Regio-Saatgut werden theoretisch durchgespielt.

Wichtig ist selbstverständlich auch die enge Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern des Hofes. Alle Schritte werden mit ihnen zusammen durchgeführt; es geht nicht darum, ihnen ein fertiges Konzept vorzusetzen, sondern sie Schritt für Schritt auf dem Weg der Konzeptentwicklung mitzunehmen und immer auch ihre eigenen Wünsche und Ideen einzubinden.

 

Beginn der Veranstaltung am Samstag, 12. Juni um 13.00 Uhr, Ende am Montag, 14. Juni um ca. 16.00 Uhr.

 

Tagungs- und Übernachtungsort:

Dottenfelderhof
61118 Bad Vilbel

Tel.: 06101 5296-20

www.dottenfelderhof.de

 

Anmeldeschluss 15. April 2021

 

Tagungsgebühr             

Normalpreis 250,- € / ermäßigt für Studierende, Auszubildende, Arbeitslose: 100,- €

 

Anmeldung

Die Anmeldung muss bis zum 15. April 2021 erfolgen; die Anmeldung gilt nur in Zusammenhang mit der rechtzeitigen und vollständigen Überweisung der Tagungsgebühr.

 

Mehr Details

 

Anmeldungsformular PDF